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Auf den Spuren der Römer in den gelderländischen Regionen

Bereits die Römer ließen sich vor über zweitausend Jahren in den gelderländischen Regionen nieder. Sie errichteten hier die Stadt Noviomagus, das heutige Nimwegen. Nimwegen wurde aufgrund seiner günstigen Lage zur Ausgangsbasis für die römischen Heere, die noch weiter in Richtung Norden aufrücken wollten. Die hier lebenden Bataver verbündeten sich mit den Römern. Als Mitstreiter standen ihnen bestimmte Privilegien wie beispielsweise Steuerbefreiung zu.

Über 400 Jahre lang gehörten die südlichen Niederlande zum Römischen Reich. Die Römer sorgten für Wohlstand und für die längste Friedensperiode in der westeuropäischen Geschichte. Auch heute ist die römische Kultur noch immer in unterschiedlichen Facetten unserer Gesellschaft zu finden, zum Beispiel in Rechtsprechung, Straßenbau, Schrift und Architektur. Die römischen Wurzeln sind in zahlreichen Bestandteilen unserer modernen Kultur noch immer erkennbar.

Nimwegen – älteste Stadt der Niederlande

Nimwegen ist die älteste Stadt der Niederlande. In römischer Zeit war es ein geschäftiges Handelszentrum. Es gab mindestens zwei Tempel, ein Badehaus und ein Amphitheater mit Platz für mindestens 10.000 Zuschauer. Auch der Name „Nimwegen“ ist ein Überbleibsel der Römer. „Noviomagus“ war der Name der Stadt vor etwa 2.000 Jahren, was so viel bedeutet wie „neuer Markt“. Über Novomagus, Neomagus, Noviomagi, Numaga und Nieumeghen wurde daraus im Laufe der Jahrhunderte schließlich Nimwegen.

Kunst trifft Geschichte: Römische Maske auf der Stadtinsel in der Waal

Auf Veur-Lent, der Stadtinsel Nimwegens mitten in der Waal, wurde kürzlich eine gigantische römische Maske aufgestellt, die auf einem archäologischen Fund von vor hundert Jahren basiert. Dieses Kunstwerk ist ein Symbol für die Antike der Stadt. Die Reitermaske ist 6,5 Meter hoch und 2 Meter breit und schaut auf die Stadt. Besucher können über ein paar Stufen in die Maske hineingehen und durch ihre Augen ein Stück Nimwegener Geschichte entdecken.

Museumspark Orientalis

Spazieren Sie durch das älteste Freilichtmuseum der Niederlande – den Museumspark Orientalis – und besuchen Sie die römische Stadtstraße. Hier finden Sie Häuser aus der ägyptischen, griechischen und römischen Kultur. Stellen Sie sich vor, wie die Bewohner zu ihrer Zeit lebten und fühlen Sie sich wirklich wie in einer völlig anderen Welt. Dadurch können Sie sich ein gutes Bild davon machen, wie der Alltag eines Römers aussah. Flanieren Sie entlang der Via Aqueductus, einer authentischen Zugangsstraße zu einer Stadt oder einem Stadttor. Anschließend erwarten Sie ein Gasthaus, ein Schulzimmer und ein Haus mit Innenhof und Obergeschoss, genau wie im Römischen Reich vor 2000 Jahren. Sie finden auch eine Nachbildung der Liburne, die als Frachtschiffe für Lebensmittel, Waren oder Kriegsmaterial dienten und vor Tausenden von Jahren über die Flüsse der Provinz Gelderland fuhren. Doch auch andere Kulturen und Religionen werden in diesem Museumspark lebendig. Ein Ausflug zum Museumspark Orientalis lohnt sich also immer.

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Route: Römisches Marschlager Ermelo

Das römische Marschlager bei Ermelo ist das einzige römische Marschlager, das in den Niederlanden gefunden wurde. Ausgrabungen haben gezeigt, dass im Jahre 170 n. Chr. das Heer des Marcus Aurelius hier in der Heide für einige Tage sein Lager aufschlug. Es handelte sich um ein Marschlager, das in wenigen Stunden aus dem Boden gestampft wurde und für ein paar Tage als Unterkunft diente. Danach zogen die Römer weiter. Das Lager bestand aus einem etwa 250 mal 350 Meter großen Areal mit einem Wall ringsum und einem Graben entlang des Walls.

Eine Wanderroute von ca. 6 Kilometern wurde durch dieses Gebiet angelegt. Diese Route wird durch Hinweispfosten markiert, auf denen das Bild eines Römers abgebildet ist. Noch einfach ist es, wenn Sie sich die GPS-Daten herunterladen. Entlang der Route gibt es zudem mehrere Grabhügel zu entdecken, in denen schon die Menschen aus den Becherkulturen (aus der Zeit um 2800 v. Chr.) ihre Toten bestatteten. In einigen Hügeln wurden bis zu 40 Personen begraben, und sie wurden zu verschiedenen Zeiten benutzt.

 

Auf den Fußspuren der Römer: Limes-Route

Wenn Sie mit dem Rad im Gelderland unterwegs sind, lohnt sich die ca. 60km lange Römische Limes-Route. Die Geschichte der niederen Betuwe reicht Tausende von Jahren zurück. Zum Beispiel hat der in den Niederlanden gebräuchliche Name Kesteren seinen Ursprung in „Castra“ und „Castella“, den Wachtürmen und Festungen der Römer, die die Nordgrenze (Limes) des Römischen Reiches schützten. Eine unterhaltsame Möglichkeit, diese faszinierende Geschichte zu entdecken, bietet die Römische Limes-Route. Auf dem Weg dorthin kommen Sie an römischen Fundstätten vorbei, leider sind viele der Überreste heute nur noch zu erahnen.

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